Stick-Schule

Der Grundstich ist der allereinfachste Stich. Er kommt nicht nur beim Sticken vor, sondern auch beim Nähen.
Im Beispiel: 3-fädiger Sticktwist über 5 Gewebefäden
Vom Grundstich abgeleitet ist der einfach durchgezogene Vorstich. Er wird von rechts nach links ausgeführt. Zuvor wird eine Reihe des o.g. Grundstichs gestickt. Durch die Vorstiche zieht Ihr dann den zweiten Faden (siehe Zeichnung). Der Stoff wird nicht mitgefasst. Der zweite Faden sollte die gleiche Stärke haben. Wirkt zweifarbig sehr schön ...
Beim abgewechselten Vorstich wird ebenfalls eine Reihe im Grundstich gestickt. Anschließend werden die "Lücken" mit einer Kontrastfarbe in gleicher Stichart "gefüllt".
Meine Idee dazu:
... könnte man schön als Umrandung eines Stickmotives nutzen oder um eine Kante eines genähten Säckchens zu betonen.

Der Steppstich bzw. Rückstich kann vielfach verwendet werden und kommt ebenso wie der Grundstich (aus STICH-tag No.1) nicht nur beim Sticken vor, sondern auch beim Nähen. Mit Hilfe der oberen Schemazeichnung stickt Ihr von Punkt 1 ausgehend rückwärts zu Punkt 2 und kommt an Punkt 3 in Stickrichtung wieder mit der Nadel nach oben.
Beim Steppstich mit doppelt durchgezogenem Vorstich sind drei Arbeitsschritte notwendig. Grundlage bildet der Steppstich. Mit einer weiteren Farbe stickt Ihr nach der mittleren Schemazeichnung die Schritte 1 + 2. Der Stoff wird nicht mitgefasst, und der zweite Faden sollte die gleiche Stärke haben.
Im unteren Teil wurde der Steppstich mit einem Überwendlingstich in einer zweiten Farbe "verschönert". Auch hier sollte der Stoff nicht mitgefasst werden und alle Fäden die gleiche Stärke haben.

Mit dem oben gezeigten Knötchen-Stich kann man gut Schneeflöcken sticken, ansonsten auch Mini-Blüten oder aufgestickte Augen .... und, und, und ...
Im mittleren Teil ist der bereits im STICH-Tag 2 erwähnte Steppstich schräg gestickt. Gestickt wird dieser von links nach rechts laut Stickzeichnung, dabei überholt jeder Stich den vorherigen um eine halbe Stichlänge. Der schräge Steppstich eignet sich gut zum Füllen von Oberflächen, wenn er in parallelen Linien gestickt wird.
Der doppelte Hinterstich wird wie der Steppstich gestickt, jedoch berühren sich die Stiche nicht. Es entsteht also keine durchgehende Linie. Wie der Name schon sagt, wird jeder Stich doppelt gestickt.

Die Kettstiche habe ich mit doppeltem Faden (2x 3-fädig in weiss) in einem Abstand von je vier Gewebefäden gestickt. Der Stickablauf erklärt sich am einfachsten durch die obere Schemazeichnung. Wichtig ist, dass die Nadelspitze durch die beiden Stickfäden geführt wird, um die Schlinge für den Kettstich zu bilden. Die erste Schlinge wird durch die zweite Schlinge fixiert und so weiter ...
Der geknüpfte Stielstich:
Da bin ich mir jetzt selbst nicht so sicher, ob dieser Stich von mir auf meinem Mustertuch richtig ausgeführt wurde.

Überfangstiche werden von rechts nach links aufgeführt. Der zu überstickende Faden wird auf den Stoff gelegt und mit dem linken Daumen festgehalten. Ich habe einen ganzen Faden Twist (=6-fädig) benutzt. Mit gleichfarbigem oder andersfarbigem Garn (1/2 Faden Sticktwist =3-fädig) wird dieser dann mit den Überfangstichen im Abstand von 4 Gewebefäden in der Breite und einem Gewebefaden in der Höhe fixiert (siehe Schemazeichnung). Achtet auf gleichmäßige Abstände ... bei mehreren Reihen von Überfangstichen wirkt es gut, wenn diese um einen halben Abstand versetzt werden ...
Beim unterlegten Schnurstich wird zunächst eine "Polsterung" im Grundstich (siehe STICH-tag No.1) in weiß gestickt (ganzer Twist = 6-fädig). Darüber wird eine Linie gleich langer Stiche senkrecht gestickt. Ich habe als Höhe zwei Gewebefäden gewählt und mit halbem Twistfaden (=3-fädig) in grün gestickt.

Beim Margeritenstich handelt es sich um einen verlängerten, einzeln stehenden Kettstich, der durch einen Überfangstich am Schlingenende befestigt wird (hört sich komplizierter an als es ist - siehe Stickzeichnung). Mehrere Margereitenstiche kreisförmig angeordnet ergeben eine Blüte.
Bei der unteren Variante wurden die Margeritentiche nebeneinander plaziert, wobei zusätzlich eine zweite Schlinge durch den Kettstich gezogen wird (dabei den Faden nicht zu fest anziehen).
Ich habe als Höhe fünf Gewebefäden gewählt und mit halbem Twistfaden (=3-fädig) in weiß gestickt.

Der Zweigstich wird senkrecht von oben nach unten ausgeführt. Der Faden tritt links aus und wird vom Daumen festgehalten. Die Nadel sticht rechts auf gleicher Höhe ein und kommt in der Mitte zwischen Ein- und Ausstich etwas nach unten versetzt (im Beispiel 2 Gewebefäden) wieder heraus. Der Faden liegt dabei unter der Nadelspitze. Senkrecht einen Gewebefaden darunter sticht man wieder ein.
Bei dem gedrehten Kettenstich wird eine Fadenschlinge nach links gelegt (siehe Zeichnung). Dabei wird oberhalb des Fadens eingestochen und innerhalb der Fadenschlinge links schräg unten wieder ausgestochen. Diesen Vorgang wiederholen, und die einzelnen Stiche dabei eng aneinander reihen, damit ein schönes Muster entsteht.
Der Schlingstich (auch Feston- oder Langettenstich genannt) wird von links nach rechts gestickt. Der Abstand und die Stichhöhe richtet sich nach der gewünschten Größe. Der Faden wird unter die Nadelspitze gelegt und bildet beim Festziehen eine Schlinge.

Der
abgestufte Schlingstich (auch
Feston- oder
Langettenstich)
wird
von links nach rechts ausgeführt. Die Höhe der Einstiche ist unterschiedlich (im Beispiel ein Wechsel von 6 und 3 Gewebefäden in der Höhe). Die Stickweise ist identisch mit dem Schlingstich aus
STICH-tag No.7. Diese Stickvariante bietet unzählige Kombinationsmöglichkeiten. Es können ebenso drei bis vier verschiedenen Stichhöhen zum Beispiel auch in kleinen Gruppen im Wechsel aneinander gereiht werden.
Bei dem geschlossenen Schlingstich arbeitet Ihr am besten nach der Schemazeichnung. Eine schriftliche Beschreibung fällt mir gerade etwas schwer. Im Beispiel beträgt die Stichhöhe 4 Gewebefäden und die Breite jedes Dreiecks 6 Fäden insgesamt.
Der schräge, weite Schlingstich wird ebenfalls von links nach rechts gestickt. Der Abstand und die Stichhöhe richtet sich nach der gewünschten Größe. Die Stickweise ist identisch mit dem Schlingstich aus STICH-tag No.7.

Der Hexenstich wird auch beim Nähen verwendet für das Versäubern von Nähten. Er wird von links nach rechts gemäß der oberen Zeichnung gestickt. Beim Nähen wäre das Ergebnis anschließend die linke Seite - beim Sticken aber die rechte ;-)
Beim einfachen Fischgrätenstich (auch Federstich genannt) arbeitet Ihr entweder wie in der mittleren Zeichnung von links nach rechts oder auch von oben nach unten. Wichtig ist dabei, die entstehende Schlinge nicht zu fest anzuziehen, damit ein schönes und gleichmäßiges Stickbild entsteht.
Der untere Stich ist auch eine Art von Federstich, der gerade nebeneinander gesetzt wird. Ich finde die kleine Bordüre, die daraus entsteht, recht niedlich und vielseitig verwendbar.
Gestickt wurde auf 12,6er Leinen mit halbem Twistfaden (=3-fädig) in weiß .

Beim linearen, seitenverkehrten Federstich überschneiden sich zwei Federstiche in unterschiedlicher Richtung. Die Stiche werden gerade in einer Reihe gestickt mit kleinem Zwischenraum (im Beispiel: ein Gewebefaden).
In der Mitte ist der romanische Stich erklärt. Die Stickhöhe ist variabel. Ich habe acht Gewebefäden als Höhe gewählt und wie beim oberen Stich einen Gewebefaden als Abstand zwischen den Stichen.
Doppelt gestickt wird beim türkischen Dreiecksstich
(am besten anhand der Stickzeichnung ;-)).
Fortsetzung folgt ...